Coaching für Doktoranden

Die Phase der Promotion wird von den meisten Promovierten als "harte Zeit" empfunden. Der Arbeitsdruck, häufig eine Doppelbelastung, die Unsicherheit, ob die Arbeit gut gelingt und den Ansprüchen der Prüfer genügen wird, Probleme bei der eigenen Forschung, der schriftlichen Ausarbeitung, Kampf um Quellen und Zitate, Überwindung von Schreibblockaden … die Liste der Herausforderungen ist lang.

Deshalb dauern die meisten Promotionen länger als ursprünglich geplant und die Doktoranden erleben Phasen der Stagnation, des Rückschritts, legen ihre Doktorarbeit eine Zeit beiseite oder brechen die Promotion sogar ganz ab. Das liegt in den seltensten Fällen an mangelnder wissenschaftlicher Kompetenz der Akademiker. Viel häufiger sind es Probleme mit der eigenen Motivation und Zielsetzung, Selbstmanagement und Organisation. Während die inhaltliche, fachspezifische Betreuer durch die Prüfer i.d.R. mehr oder weniger gut funktioniert, fehlt hinsichtlich der "mentalen" Betreuung ein Ansprechpartner/Berater. Auch im Doktoranden-Kolloquium, in dem die Absolventen sich gegenseitig die Fortschritte in ihrer Arbeit vorstellen, stehen die inhaltlichen, methodischen Aspekte im Mittelpunkt und eher am Rande motiviert man sich vielleicht mal gegenseitig oder hilft sich aus dem Motivationstief heraus.

Für die "mentale" Betreuung in Krisenzeiten sind Coaching-Angebote hilfreich. Im Einzel-Coaching kann der Doktorand seine Probleme individuell bearbeiten und lösen. Häufige Themen und Fragestellungen sind z.B.:

  • Welche Ziele verfolge ich mit der Promotion? (ein attraktives Ziel erhöht die Motivation)
  • Ist die Promotion wirklich mein Ziel? (oder ist es einfach eine "Familientradition" oder "hat sich so ergeben" - dann sollten die eigenen Ziele geklärt werden)
  • Wie überwinde ich die Schreibblockade und schaffe es "endlich anzufangen"?
  • Wie stelle ich einen realistischen Zeitplan auf und halte ihn ein?
  • Wie schaffe ich es die Arbeit endlich zu beenden?

Diese Themen sind sehr individuell und nur im persönlichen Einzel-Coaching zu klären. Sind diese Fragen geklärt, platzt oft ein Knoten und der "Weg ist frei", denn nichts ist motivierender als die Erreichung des eigenen zentralen Ziels.

Wenn Hochschulen, Prüfer und Doktoranden also über zu lange Promotionszeiten klagen, kann die Lösung in zusätzlichen Coaching-Angeboten liegen.

Als Qualitätskriterium für einen geeigneten Coach sollte auf eine professionelle Coaching-Qualifikation, Erfahrung mit Promotion und wissenschaftlichem Arbeiten im Hochschulkontext geachtet werden. Das Coaching ergänzt die fachlich/wissenschaftliche Betreuung durch die Prüfer auf anderer Ebene, deshalb ist die wissenschaftliche Fachkompetenz des Coach ohne Bedeutung.

 

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